Viele Analytiker sind geübt im Umgang mit kryptischen Abkürzungen. Die Stichworte MOSH, MOAH, POSH und PAO sind aber nicht jedem geläufig.

Als MOSH (mineral oil saturated hydrocarbons) werden die gesättigten mineralölbasierten Kohlenwasserstoffe bezeichnet.

MOAH (mineral oil aromatic hydrocarbons) steht analog dazu, für aromatische Kohlenwasserstoffe. Diese beiden Stoffklassen werden vielfach in Verpackungen und Lebensmitteln nachgewiesen. Die Eintragswege gehen häufig über recycelte Kartonverpackungen, Farben oder Schmiermittel. Aber auch Kosmetika wie Cremes oder Lippenstifte sind z.T. sehr hoch belastet.

LC-GC-online Kopplung

Shimadzu bietet ein Komplettsystem zur MOSH/MOAH-Analyse an. Über eine normal-Phasen HPLC werden die beiden Fraktionen getrennt und anschließend direkt (online) in einen GC-FID überführt. Dieser erzeugt durch den gleichen Response für Kohlenwasserstoffe einen Belastungswert.

LC-GC-online Kopplung: MOSH/MOAH Analysator von Shimadzu

In der Abbildung ist ein PAL Autosampler gezeigt, der mit einer Zentrifuge ausgestattet ist. Dadurch kann das System auch eine automatische Epoxidierung der Proben durchführen.

Die Epoxidierung ist bei Überbefunden von MOAH Werten in bspw. pflanzlichen Ölen zwingend erforderlich, da Olefine wie Squalene den MOAH Wert erhöhen, sicher aber nicht als MOAH bezeichnet werden dürfen!

Eine Besonderheit des Systems ist, dass die beiden Fraktionen MOSH und MOAH zwar nacheinander in den GC überführt, dort aber zeitgleich getrennt werden. Als Ergebnis erhält man simultan die Werte für MOSH und MOAH ohne dass der GC zwischendurch gekühlt werden muss. Mit diesem System kann jede Art von Probe untersucht werden (Fisch, Karton, Kaffee, Kakao, Gewürze u.v.m.). Voraussetzung ist natürlich eine geeignete Probenvorbereitung (Extraktion). Auch bei Fragen zur Probenvorbereitung unterstützen wir Sie gerne.

Comprehensive GCMS

Insbesondere bei jedem MOAH-Befund in einem Lebensmittel stellt sich sofort die Frage nach der Herkunft der Verunreinigung und deren Toxizität. Auch eine Querkontamination von anderen Fraktionen (MOSH, POSH, PAO, Squalene, Carotine) soll natürlich ausgeschlossen werden.

Dazu bietet sich die GC x GCMS Technik – auch comprehensive GC genannt - an.


GCMS mit ZOEX®-Modulator

Die Grundlage der Technik ist, dass jede Probenkomponente zwei unterschiedliche Trennsäulen durchlaufen muss, zur Detektion aber (im Unterschied zur heart-cut-Technik) nur ein Detektor benutzt wird. Dieses Verfahren bewirkt durch die Peakaufschärfung zeitgleich eine phänomenale Verbesserung der chromatographischen Auflösung und Sensitivität.

Als Partner für die komprehensive Technik arbeiten wir mit der Firma Zoex® zusammen. Diese bietet zwei unterschiedliche thermische Loop-Modulatoren an, die wir beide im Programm haben.

2D-Trennung eines Kohlenwasserstoff- und PAK-Standards (mit freundlicher Genehmigung von Prof. Leitner, TU Graz)

Das besondere an den Shimadzu GCMS ist die überragende Geschwindigkeit des Quadrupol-Detektors. Dadurch sind Aufnahmeraten bis zu 100 full scan/s möglich. Das Gerät kann aber jederzeit über eine zweite Säule die ebenfalls ins MS geht wie ein „normales“ GCMS betrieben werden. Das erhöht die Labor-Flexibilität enorm.

Zur Auswertung der Daten bieten wir die Shimadzu eigene Software Chromsquare an. Diese Software ist extrem übersichtlich und kann selbst größte Datenmengen schnell prozessieren.

Zeitungsextrakt, comprehensiv getrennt und detektiert mit GCMS QP2020 (mit freundlicher Genehmigung von Prof. Leitner, TU Graz)

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